Die historische Quelle für William Shakespeare's 1606 in London uraufgeführte Tragödie "Macbeth" ist eine Chronik des 11. Jahrhunderts, die von Aufstieg und Fall des schottischen Königs Macbeth erzählt. Verdi komponierte aus dieser Tragödie ein Werk, in dem das Komische und das Erhabene so dicht beieinander liegen, daß sich die Sphären immerfort berühren und abstoßen. Der Widerspruch zwischen dem Geschrei der Hexenchöre und der heiligen Glut der Flüchtlingshymne hat schon die Zeitgenossen verstört.
"Peter Konwitschny hat das hat das selten gelungene Kunststück vollbracht, in kritischer Demontage den Kern eines Werkes freizulegen und aus einem bloß noch dank seiner Musik lebendigen Repertoireplüsch ein lebendiges Zeitstück zu machen. Man sieht: Es ist ja nur Plastikblut; man hört: Es ist halt Belcanto, man lacht sich schlapp über die flinken kleinen Slapsticks. Und dann steht plötzlich (...) Macbeth auf der Bühne: nicht Monster noch Held, nur noch ein armes Menschenwürstchen und singt sich jubelnd und weinend das Herz aus dem Leib über die Mördergrube, die er aus dem Land gemacht hat. Das Erschrecken sitzt tief."
(Eleonore Büning, FAZ 24.2.1999)
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